Zuletzt aktualisiert: November 2026
Eine Monstera wächst irgendwann aus jedem Regal heraus. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, sie zu teilen oder zu vermehren. Mit einem sauberen Schnitt und etwas Geduld entstehen aus einer einzigen Pflanze mehrere neue, und Sie müssen nichts kaufen. Dabei gibt es einen Punkt, an dem fast alle Anfänger scheitern: Ein einzelnes Blatt bildet keine neue Pflanze.
Kurz beantwortet
Eine Monstera vermehren Sie mit einem Steckling, der mindestens einen Knoten (Nodium) mit Luftwurzelansatz und ein Blatt hat. Schneiden Sie ihn knapp unter dem Knoten ab, stellen Sie ihn in Wasser oder direkt in lockere Erde bei 20 bis 25 Grad, und nach zwei bis vier Wochen bilden sich Wurzeln. Am besten gelingt das im Frühjahr und Sommer.
In diesem Artikel
- Warum ein Blatt allein nicht reicht
- Der richtige Zeitpunkt
- Das brauchen Sie
- Schritt für Schritt: Kopfsteckling
- Stammstecklinge: viele Pflanzen aus einem Trieb
- Ableger durch Absenker
- Teilen und Samen: zwei weitere Wege
- Typische Probleme und Lösungen
- Nach dem Einpflanzen: Pflege der jungen Monstera
- Wichtig bei Haustieren und Kindern
- Verschenken, tauschen, weiterwachsen lassen
- Die passende Erde und der richtige Topf
- Licht, Wärme und Luftfeuchtigkeit
- Wie lange bis zur großen Pflanze?
Warum ein Blatt allein nicht reicht
Das ist die häufigste Fehlerquelle. Ein abgeschnittenes Blatt mit Stiel bildet in Wasser zwar gelegentlich Wurzeln, aber keine neue Pflanze. Der Grund: Die neuen Triebe wachsen aus den Knoten der Sprossachse, nicht aus dem Blattstiel. Ein Steckling braucht deshalb immer ein Stück Stamm mit einem Knoten. Dieser sieht aus wie eine kleine Verdickung oder ein Ring an der Stelle, an der Blattstiel und Stamm zusammentreffen, oft mit einem kurzen braunen Luftwurzelansatz.
Die Monstera deliciosa ist ein Aronstabgewächs aus Mittelamerika und klettert in der Natur an Bäumen empor. Mehr zur Pflanze steht bei Wikipedia.
Der richtige Zeitpunkt
Die beste Zeit zum Vermehren ist von April bis August, wenn die Pflanze aktiv wächst und viel Licht bekommt. Im Winter geht es auch, aber die Wurzeln bilden sich langsamer, und es besteht ein höheres Risiko für Fäulnis. Jetzt im November ist ein Steckling in der Wohnung möglich, wenn Sie einen hellen, warmen Platz haben, ansonsten warten Sie besser bis zum Frühjahr.
Das brauchen Sie
- scharfe, saubere Schere oder ein Messer (mit Alkohol abgewischt)
- Glas mit lauwarmem Wasser oder Topf mit lockerer Erde
- optional Bewurzelungspulver
- Handschuhe, denn der Pflanzensaft kann Haut und Schleimhäute reizen
Schritt für Schritt: Kopfsteckling
- Knoten suchen. Wählen Sie einen gesunden Trieb mit mindestens einem Blatt und einem Knoten. Idealerweise sieht man einen Luftwurzelansatz.
- Sauber schneiden. Schneiden Sie etwa 1 bis 2 Zentimeter unter dem Knoten, mit einem glatten Schnitt in einem Winkel von 45 Grad.
- Wasser oder Erde. Stellen Sie den Steckling so in ein Glas mit Wasser, dass der Knoten bedeckt ist, aber das Blatt nicht im Wasser steht. Alternativ setzen Sie ihn in eine lockere Mischung aus Blumenerde und Perlite.
- Hell und warm stellen. Ein heller Platz ohne direkte Mittagssonne, 20 bis 25 Grad. Wasser alle paar Tage wechseln.
- Geduld haben. Nach zwei bis vier Wochen zeigen sich weiße Wurzeln. Sind sie einige Zentimeter lang, kann der Steckling in Erde.
- Einpflanzen. Nehmen Sie einen Topf mit Abzugsloch und lockerer Erde. Wurzeln nicht zu fest andrücken, anfangs gleichmäßig leicht feucht halten.
Praxistipp
Wasser ist praktisch, weil man die Wurzeln sieht. Für Stecklinge, die später in Erde sollen, ist die direkte Anzucht in Erde robuster, weil die Pflanze keine Wasserwurzeln umstellen muss. Wer im Wasser anzieht, pflanzt früh um, sobald die Wurzeln einige Zentimeter lang sind.
Zwei Hinweise aus dem Ratgeber von Plantura helfen bei der Auswahl: Besonders gut eignen sich Kopfstecklinge mit mindestens zwei Blättern und einer erkennbaren Luftwurzel, die beim Schnitt nicht beschädigt werden sollte. Fehlt die Luftwurzel, ist das kein Ausschlusskriterium: Eine Monstera lässt sich auch ohne Luftwurzel vermehren, solange der Steckling mindestens einen Knoten (Nodium) hat. Wer den Steckling in Wasser stellt, sollte die Schnittfläche und die Luftwurzel unter Wasser setzen, in Erde stecken Trieb und Luftwurzel vollständig im Substrat.
Stammstecklinge: viele Pflanzen aus einem Trieb
Wenn Ihre Monstera lange Triebe hat, können Sie mehrere Stücke schneiden. Jedes braucht einen Knoten und möglichst ein Blatt. Bei Stücken ohne Blatt, sogenannten Blindstecklingen, treibt später ein neues Blatt aus dem Knoten, das dauert aber Wochen. Legen Sie die Stücke waagerecht auf feuchte Erde oder Perlite, sodass der Knoten Kontakt hat, und halten Sie die Umgebung warm und feucht, am besten unter einer durchsichtigen Haube.
Ableger durch Absenker
Eine sehr sichere Methode ist der Absenker. Dabei bleibt der Trieb an der Mutterpflanze, bis er Wurzeln hat. Binden Sie dazu ein Büschel feuchtes Sphagnum-Moos um einen Knoten mit Luftwurzel und umwickeln es mit Folie. Nach drei bis vier Wochen sind Wurzeln im Moos zu sehen, dann schneiden Sie den Trieb darunter ab und topfen ihn ein. Die Methode eignet sich besonders für große Pflanzen mit dicken Luftwurzeln.
Teilen und Samen: zwei weitere Wege
Neben Stecklingen kennt Plantura zwei weitere Methoden. Beim Teilen nehmen Sie die Pflanze aus dem Topf und trennen den Wurzelballen in mehrere Stücke, jedes mit mindestens einem Trieb und ausreichend Wurzeln. Das funktioniert bei Arten mit kräftigem Wurzelballen wie der Monstera deliciosa, bietet sich also beim ohnehin fälligen Umtopfen an. Rankende Arten wie Monstera adansonii werden besser über Stecklinge vermehrt.
Aus Samen ziehen Sie eine Monstera nur, wenn Sie frisches, hochwertiges Saatgut haben. Die Keimung dauert 3 bis 6 Wochen, nach zwei bis drei Blättern setzen Sie die Jungpflanzen in größere Töpfe um. Für die meisten Haushalte ist der Steckling der einfachere Weg.
| Methode | Wann sinnvoll | Dauer bis Wurzeln |
|---|---|---|
| Kopf- oder Stammsteckling | Standardweg im Frühjahr und Sommer | 2 bis 4 Wochen |
| Absenker | große Pflanze mit Luftwurzeln | 3 bis 4 Wochen |
| Teilen | beim Umtopfen, kräftiger Wurzelballen | Teilstücke haben bereits Wurzeln |
| Samen | nur mit frischem Saatgut | Keimung 3 bis 6 Wochen |
Typische Probleme und Lösungen
| Problem | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Stängel wird matschig und braun | Fäulnis durch Schnitt ohne Knoten oder dreckiges Wasser | frisch anschneiden, Wasser öfter wechseln |
| Keine Wurzeln nach vier Wochen | zu kalt oder zu dunkel | wärmer und heller stellen |
| Blatt welkt | zu wenig Feuchtigkeit oder Zugluft | Haube nutzen, Zugluft vermeiden |
| Wurzeln verfaulen | Staunässe in Erde | Perlite beimischen, weniger gießen |
Nach dem Einpflanzen: Pflege der jungen Monstera
Junge Pflanzen brauchen Licht, aber keine pralle Sonne. Gießen Sie, wenn die obere Erdschicht abgetrocknet ist, und lassen Sie überschüssiges Wasser abfließen. Düngen Sie in den ersten Wochen nicht, danach alle zwei bis vier Wochen im Sommer mit einem schwachen Flüssigdünger. Eine Rankhilfe wie ein Moosstab gibt den Luftwurzeln Halt und fördert große, eingeschnittene Blätter.
Wichtig bei Haustieren und Kindern
Die Monstera ist giftig. Der Pflanzensaft enthält Calciumoxalat-Kristalle, die bei Berührung der Mundschleimhaut Reizungen verursachen. Die tierärztlich oft zitierte ASPCA-Liste führt Monstera für Katzen und Hunde als giftig. Stellen Sie die Pflanze außer Reichweite und tragen Sie beim Schneiden Handschuhe. Bei einem Verdacht auf Vergiftung wenden Sie sich an Ihre Tierärztin oder den Tierarzt. Welche Pflanzen für Katzenhaushalte besser geeignet sind, lesen Sie im Beitrag Katzenfreundliche Zimmerpflanzen.
Verschenken, tauschen, weiterwachsen lassen
Stecklinge sind ein beliebtes Geschenk. Wer sie im Wasserglas verschenkt, sollte dazuschreiben, wie sie weiter versorgt werden. Auch Pflanzenbörsen und Gartenvereine freuen sich über Ableger. Behalten Sie einen Steckling selbst, denn Monstera-Pflanzen sind nicht unsterblich, und eine zweite Pflanze sichert den Bestand.
Die passende Erde und der richtige Topf
Monstera mag eine lockere, durchlässige Erde. Eine gute Mischung besteht aus etwa zwei Teilen Blumenerde, einem Teil Perlite oder Bimskies und einem Teil Rinde oder Kokosfaser. Der Topf sollte nur etwas größer sein als der Wurzelballen, bei Stecklingen reicht ein Topf mit 10 bis 12 Zentimetern Durchmesser. Zu große Töpfe halten Wasser zu lange und begünstigen Fäulnis. Ein Untersetzer fängt Gießwasser auf, doch Sie sollten ihn nach dem Gießen leeren.
Licht, Wärme und Luftfeuchtigkeit
Stecklinge brauchen viel Helligkeit, aber keine direkte Sonne. Ein Platz am Ostfenster oder etwas zurückgesetzt am Südfenster ist ideal. Die Temperatur sollte nicht unter 18 Grad fallen. Trockene Heizungsluft im Winter verlangsamt das Wurzelwachstum, deshalb hilft eine Schale mit Wasser in der Nähe oder eine durchsichtige Haube, die für eine feuchte Mikroumgebung sorgt. Lüften Sie die Haube täglich kurz, damit sich kein Schimmel bildet. Wie Sie im Winter richtig lüften, erklärt der Beitrag Richtig lüften im Winter.
Wie lange bis zur großen Pflanze?
Aus einem bewurzelten Steckling wird bei guter Pflege im ersten Jahr eine kleine Pflanze mit vier bis sechs Blättern. Die typischen Einschnitte und Löcher in den Blättern, die Fensterblätter, entwickeln sich erst nach und nach, wenn die Pflanze Licht, Halt und Alter hat. Erwarten Sie also nicht, dass das erste neue Blatt schon geschlitzt ist. Mit jedem neuen Blatt wird die Form ausgeprägter. Nach etwa zwei Jahren hat die Pflanze eine stattliche Größe und kann wieder zur Mutterpflanze für neue Stecklinge werden.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis ein Monstera-Steckling Wurzeln bildet?
Meist zwei bis vier Wochen bei 20 bis 25 Grad. Im Winter kann es länger dauern.
Besser Wasser oder Erde?
Beides funktioniert. Wasser erlaubt es, die Wurzeln zu beobachten, Erde ist robuster beim späteren Umtopfen. Der Steckling sollte in beiden Fällen einen Knoten haben.
Ist die Monstera giftig für Katzen?
Ja, sie gilt als giftig für Katzen und Hunde. Stellen Sie die Pflanze unerreichbar auf oder wählen Sie ungiftige Alternativen.
Kann ich eine Monstera ohne Luftwurzel vermehren?
Ja. Plantura schreibt, dass jeder Steckling mindestens einen Knoten braucht, eine Luftwurzel ist nicht zwingend. Ein einzelnes Blatt ohne Knoten bildet dagegen keine neue Pflanze.
Kann ich eine Monstera teilen?
Bei Arten mit kräftigem Wurzelballen wie der Monstera deliciosa ja. Jedes Teilstück braucht mindestens einen Trieb und ausreichend Wurzeln.
Quellen und weiterführende Links
Die Angaben zu bester Jahreszeit, Wurzelzeit, Temperatur und Erdmischung sind Erfahrungswerte aus der Zimmerpflanzenpraxis. Belegt durch die Quellen ist, dass jeder Steckling mindestens einen Knoten braucht und ein einzelnes Blatt nicht zur Vermehrung genügt.
