Zuletzt aktualisiert: November 2026
Ein Komposthaufen verwandelt Küchen- und Gartenabfälle in dunklen, krümeligen Humus, der Beete verbessert und Müll spart. Dabei muss man kein Experte sein. Mit dem richtigen Platz, einer guten Mischung und etwas Geduld klappt es auch im kleinen Garten.
Kurz beantwortet
Einen Kompost legen Sie nach NABU-Empfehlung im Halbschatten auf offenem Boden an, nicht auf Beton. Unten kommt eine etwa 20 Zentimeter hohe Schicht grobes Material, darauf eine Mischung aus holzigem und frischem Material. Setzen Sie den Haufen nach einigen Monaten einmal um. Wie lange es bis zum reifen Humus dauert, hängt von Aufbau, Feuchte und Pflege ab.
In diesem Artikel
- Was Kompost ist und warum er sich lohnt
- Der richtige Standort
- Behälter: Offen, Thermokomposter oder Schnellkomposter?
- Schichten und Mischen: So geht der Aufbau
- Was darf auf den Kompost?
- Wie lange dauert es, bis der Kompost fertig ist?
- Umsetzen, Pflegen, Ernten
- Häufige Probleme und Lösungen
- Kompost im Winter
- Alternativen für kleine Gärten und Balkone
- Beispiel: Ein Kompost für einen Reihenhausgarten
- Kompost verwenden: Wie viel, wann, wohin?
- Was der Kompost über den Garten verrät
Was Kompost ist und warum er sich lohnt
Beim Kompostieren zersetzen Bodenlebewesen wie Bakterien, Pilze, Würmer und Asseln organisches Material. Es entsteht Humus, der Wasser speichert, Nährstoffe liefert und Boden lockert. Mehr zu den biologischen Vorgängen erklärt Wikipedia. Der NABU beschreibt, wie aus Abfall Kompost wird. Wer kompostiert, spart Torf und gekauften Dünger, und er schützt zugleich das Klima, denn torffreier Humus schont Moore.
Der richtige Standort
- Halbschattig: Zu viel Sonne trocknet den Haufen aus, zu viel Schatten hält ihn nass.
- Offener Boden, kein Beton: So können nützliche Lebewesen einwandern, schreibt der NABU.
- Gut erreichbar: Sie tragen Abfälle ganzjährig hin, auch bei Regen.
- Abstand zu Nachbarn: Halten Sie einen angemessenen Abstand zur Grundstücksgrenze ein. Die Vorgaben unterscheiden sich je nach Gemeinde, fragen Sie im Zweifel bei der Gemeinde nach.
Die Kompostfibel des Umweltbundesamtes nennt auch Maße für den Haufen selbst: Er sollte etwa 1,5 Meter Höhe und an der Basis etwa 2 Meter Breite nicht überschreiten, die Länge richtet sich nach Platz und Menge. Oben schließt er flach ab, nicht spitz. Der Untergrund muss wasserdurchlässig sein, denn eine Fläche aus Steinen oder Beton versperrt Regenwürmern den Weg, und Staunässe führt zu Fäulnis. Gegen Nager hilft ein Drahtgitter am Boden.
Behälter: Offen, Thermokomposter oder Schnellkomposter?
| Typ (geeignet für) | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Offener Haufen oder Holzlattenkasten (große Gärten) | günstig, viel Platz, gute Belüftung | braucht Platz, sieht ungepflegt aus, Nager möglich |
| Thermokomposter, Kunststoff (kleine bis mittlere Gärten) | schnell, wärmespeichernd, sauber | mäßige Belüftung, teurer |
| Schnellkomposter mit Deckel (Reihenhausgärten) | kompakt, für Küchenabfälle | begrenztes Volumen |
| Wurmkiste (Wohnung, Balkon) | geruchsarm, auch für Balkon | nur für kleine Mengen |
Eine Wurmkiste ist eine gute Lösung für Wohnungen. Der NABU hat eine Anleitung für eine Wurmkiste veröffentlicht.
Bei Lattenkompostern lohnt es sich nach der Kompostfibel, gleich zwei oder drei Behälter nebeneinander zu stellen. So können Sie besser mischen, Strukturmaterial vorhalten und umsetzen, indem Sie den Inhalt von einem in den anderen Behälter schaufeln. Zwischen den Brettern sollten 1 bis 3 Zentimeter Luft bleiben. Gestelle mit zu großen Zwischenräumen und Maschendraht-Behälter trocknen das Material zu stark aus.
Schichten und Mischen: So geht der Aufbau
Das Prinzip ist einfach: Mischen Sie holziges, trockenes Material (Laub, Stroh, zerkleinerte Zweige) mit frischem, feuchtem Material (Küchenreste, Rasenschnitt). Der NABU betont das richtige Verhältnis von holzigem und frischem Material.
- Grobe Schicht: Unten eine Schicht aus grobem Material wie Zweigen oder Häckselgut. Der NABU nennt 20 Zentimeter. Sie sorgt für Luft und Abfluss.
- Wechselnde Schichten: Danach Küchenabfälle und Rasenschnitt im Wechsel mit Laub, Stroh oder zerkleinerten Ästen. Große Teile vorher zerkleinern.
- Fertigen Kompost oder Gartenerde zwischen die Schichten streuen, das bringt Mikroorganismen ein.
- Abdecken: Eine Schicht Laub oder ein Deckel schützt vor Regen und Austrocknung.
Zur Feuchte schreibt der NABU: Lässt sich mit der Hand Wasser aus dem Kompost drücken, ist er zu nass. Das Material sollte also feucht, aber nicht triefend sein. Ist es zu trocken, stoppt die Zersetzung, dann gießen Sie leicht an.
Praxistipp
Zerkleinern Sie Äste und Gartenabfälle vor dem Aufschichten. Je kleiner die Stücke, desto schneller wird zersetzt. Eine einfache Gartenschere oder ein Häcksler sparen viele Monate Wartezeit.
Was darf auf den Kompost?
Der NABU gliedert in drei Gruppen:
| Das darf | Das darf in Maßen | Das darf nicht |
|---|---|---|
| Gemüse- und Obstreste und Schalen | Holzstreu | behandeltes Holz |
| Eierschalen | Papier | beschichtetes Papier |
| Kaffeesatz | Federn, Haare | Essensreste, Brot |
| Rasenschnitt (trocken), Laub | frischer Rasenschnitt | erkrankte Pflanzenteile |
| alte Erde aus dem eigenen Garten | Wurzelunkräuter, wenn eine ausreichend heiße Rotte entsteht | Pflanzen mit Schädlingsbefall |
| unbehandelte Zitrusfrüchte | Asche von unbehandeltem Holz (höchstens 3 Prozent) | Asche von Briketts, Metall, Leder, Katzenstreu, mineralische Abfälle |
Kranke Pflanzen entsorgen Sie über den Hausmüll, sonst verbreiten Sie Krankheiten im Garten.
Wie lange dauert es, bis der Kompost fertig ist?
Eine feste Zahl gibt es nicht, aber das Umweltbundesamt nennt Richtwerte, die Sie gut zur Planung nutzen können:
| Stufe | Dauer |
|---|---|
| Frischkompost zum Mulchen | ca. 3 bis 4 Monate |
| Reifekompost im Sommerhalbjahr | ca. 4 bis 6 Monate |
| Reifekompost sonst | ca. 6 bis 12 Monate |
Beim Reifekompost ist ein einmaliges Umsetzen eingerechnet. Länger als ein Jahr sollte er nicht lagern, sonst baut sich zu viel organische Substanz ab. Reif ist er, wenn er gleichmäßig feinkrümelig ist und nach feuchter Walderde riecht.
Wer es genau wissen will, macht den Kressetest aus der Kompostfibel: Eine Handvoll Kompost mit Gartenerde mischen, anfeuchten, Kressesamen aussäen und das Gefäß abgedeckt an einen hellen Platz stellen. Keimen nach etwa einer Woche viele Samen und wachsen die Keimlinge zügig ohne Verfärbung, ist der Kompost reif. Wachsen sie zögerlich oder werden gelb, ist er noch zu frisch und taugt nur als Mulch oder zur Bodenverbesserung. Zusätze wie Kompoststarter, Kalk oder Gesteinsmehl braucht es nach dem Umweltbundesamt nicht, wenn Sie vielfältig und strukturreich mischen.
Umsetzen, Pflegen, Ernten
Laut Wikipedia sollte frischer Kompost nach drei bis sechs Monaten einmal umgesetzt werden und kann danach noch einige Monate nachverrotten. Beim Umsetzen wird das Material durchmischt, Luft gelangt hinein, und das äußere Material kommt nach innen. Fertiger Kompost riecht nach Waldboden, ist dunkel und krümelig. Sieben Sie ihn grob ab, damit unfertige Reste im Haufen bleiben.
Zur Menge und zum Zeitpunkt der Anwendung gibt die Bayerische Gartenakademie klare Hinweise: Als Faustzahl gelten etwa 3 Liter Kompost pro Quadratmeter und Jahr. Um Nitratauswaschung zu vermeiden, bringt man ihn nicht im Herbst aus, sondern im Spätwinter oder Frühjahr. Im Gemüsegarten arbeitet man vor dem Pflanzen oder Säen etwa 3 Liter je Quadratmeter oberflächlich ein, bei starkzehrenden Kulturen wie Kohl oder Tomaten ist die doppelte Menge vertretbar.
Jetzt im November ist dagegen eine gute Zeit, Laub und Staudenreste auf den Kompost zu bringen. Mehr zu Arbeiten im Spätherbst steht im Beitrag Garten winterfest machen. Auch Zwiebelblumen-Reste und Stauden gehören dazu, siehe Tulpenzwiebeln pflanzen.
Häufige Probleme und Lösungen
| Problem | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Fauliger Geruch | zu nass, zu wenig Luft | trockenes Material beimischen, umsetzen |
| Haufen bleibt trocken und zersetzt nicht | zu trocken | anfeuchten, abdecken |
| Fruchtfliegen | frische Küchenreste offen | mit Erde oder Laub abdecken |
| Ratten oder Mäuse | Essensreste, offene Behälter | keine Essensreste, Hasendraht am Boden (NABU-Tipp) |
| Unkrautsamen im fertigen Kompost | zu wenig Wärme | Unkraut vor der Samenreife entfernen |
Kompost im Winter
Im Winter läuft die Zersetzung langsamer, hört aber nicht auf. Decken Sie den Haufen mit Laub, Stroh oder einer Kompostmatte ab, damit er nicht auskühlt oder durchnässt. Küchenabfälle vergraben Sie in der Mitte des Haufens. Wer ganz sicher gehen möchte, sammelt Küchenreste in einer Bio-Tonne im Haus und leert sie regelmäßig in den Kompost.
Alternativen für kleine Gärten und Balkone
Wer keinen Platz für einen Komposthaufen hat, kann Küchenabfälle über die Biotonne entsorgen oder eine Wurmkiste betreiben. Bokashi-Eimer fermentieren Küchenabfälle in einem luftdichten Behälter, der Inhalt wird anschließend in Beete oder Kompost eingearbeitet. Auch Gemeinschaftskomposter in Nachbarschaften oder Gartenvereinen sind eine Option. Beachten Sie die Regeln Ihrer Kommune, besonders bei Biotonnen.
Beispiel: Ein Kompost für einen Reihenhausgarten
Stellen wir uns einen Reihenhausgarten vor. Der Komposter steht in einer halbschattigen Ecke hinter dem Geräteschuppen, auf unbefestigtem Boden. Im Frühjahr kommt Rasenschnitt in dünnen Lagen hinein, gemischt mit Häckselgut. Im Sommer wandern Küchenreste dazu, im Herbst Laub und Staudenreste. Im Spätwinter oder Frühjahr entnimmt man den reifen Humus und verteilt ihn, wie die Gartenakademie rät, in Mengen von etwa 3 Litern pro Quadratmeter auf den Beeten. Der noch grobe Teil wandert zurück und ist die Basis für die nächste Runde. So läuft ein Jahreskreislauf, der kaum Zeit kostet.
Kompost verwenden: Wie viel, wann, wohin?
Reifer Kompost ist ein Bodenverbesserer und Dünger. Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt im Gemüsegarten etwa 3 Liter pro Quadratmeter im Frühjahr, bei eingewachsenen Zier- und Obstgehölzen 2 bis 4 Liter pro Quadratmeter im Frühjahr und bei Neupflanzung etwa 10 Liter pro Quadratmeter oberflächlich eingearbeitet. Nicht empfehlenswert ist Kompost laut Gartenakademie bei Moorbeetpflanzen wie Rhododendron, Azaleen und Heidelbeeren, weil der Kalkgehalt den pH-Wert erhöht. Wurzelgemüse und Zwiebeln, bei denen Gemüsefliegen drohen, bekommen nur völlig verrotteten Kompost.
Was der Kompost über den Garten verrät
Wer regelmäßig kompostiert, lernt, die Zeichen zu lesen. Viele Asseln und Regenwürmer zeigen, dass der Haufen lebt. Üble Gerüche deuten auf Sauerstoffmangel oder zu viel Nässe hin. Ein Haufen, der gar nicht zersetzt, ist meist zu trocken oder zu grob geschichtet. Mit der Zeit entwickeln Sie ein Gefühl für die richtige Mischung. Ein NABU-Tipp lautet, einen Hasendraht am Boden anzubringen, der Nager fernhält.
Häufige Fragen
Darf Kaffeesatz auf den Kompost?
Ja, der NABU nennt Kaffeesatz in der Liste der Stoffe, die auf den Kompost dürfen.
Wie oft sollte man Kompost umsetzen?
Frischer Kompost wird nach drei bis sechs Monaten einmal umgesetzt, schreibt Wikipedia. Danach darf er weiter nachreifen.
Wohin gehört der Kompost im Garten?
In den Halbschatten, auf offenen Boden, gut erreichbar und mit Abstand zu Nachbarn.
Wie lange dauert es, bis Kompost zu Erde wird?
Frischkompost ist laut Umweltbundesamt nach etwa 3 bis 4 Monaten nutzbar, Reifekompost nach 4 bis 6 Monaten im Sommerhalbjahr und sonst nach 6 bis 12 Monaten, jeweils mit einmaligem Umsetzen.
Brauche ich einen Kompostbeschleuniger?
In der Regel nicht. Das Umweltbundesamt rät, auf Kompoststarter und ähnliche Zusätze zu verzichten, wenn die Abfälle vielfältig gemischt werden. Etwas fertiger Kompost oder Gartenerde zwischen den Schichten bringt die nötigen Mikroorganismen mit.
